Was ist Capoeira?

Ursprung und Geschichte der CAPOEIRA-Angola

Die Schwarzen aus Afrika, die Mitte des 16. Jahrhunderts aus der portugiesischen Kolonie Angola nach Brasilien verschleppt wurden, wurden aus ihren Sprachgemeinschaften, ihren Lebensgewohnheiten, ihrer Religion und Kultur herausgerissen. Männer und Frauen, die eben noch als freie Menschen gelebt hatten, wurden zur Zwangsarbeit gezwungen, gefangen gehalten, gefoltert. In dieses Szenario fällt die Geburt der CAPOEIRA Angola.

Als Vorläufer gilt "N'golo" ein Kampftanz im Rahmen der Hochzeitszeremonie des Bantu- Stammes in Angola, in dem zwei Rivalen um die Braut kämpfen müssen. Vorbild für dieses Ritual ist der Kampf der Zebra- Hengste. Aus Naturbeobachtungen in der neuen Umgebung des brasilianischen Urwalds und auf den Plantagen der Portugiesen (der Kopfstoß des Stiers, der Stich des Rochens, die Eleganz der Schlange) bildeten die Sklaven neue Elemente des Kampftanzes. Tausende von ihnen unternahmen die Flucht aus den Plantagen und den Widerstand in den"Quilombos", im Dschungel Brasiliens. Die erste dieser schwarzen Siedlungen hieß Macaco und entstand etwa 1590.

Erst hundert Jahre später konnten portugiesische Soldaten Macaco zerstören. In Berichten über diesen Widerstand im Dschungel gibt es erste Hinweise auf ungewöhnliche Kampftechniken der freien Schwarzen: CAPOEIRA-Angola war zum Kampfinstrument geworden. Nicht nur während der Kaiserzeit bis zur sehr späten Abschaffung der Sklaverei (1888), sondern auch noch danach während der ersten Republik (1889 - 1930) war die CAPOEIRA-Angola verboten und verfolgt. Als sich schließlich in den 30er Jahren die Politik gegenüber der schwarzen Bevölkerung lockerte, war Mestre Pastinha derjenige, der die versprengte CAPOEIRA Angola zusammenführte und die traditionellen und rituellen Elemente pflegte. Zeitgleich gelang es Mestre Bimba mit offizieller Erlaubnis eine erste CAPOEIRA- Akademie zu eröffnen. Er entwickelte unter Einbeziehung anderer Kampfkunstelemente die moderne, kampfbetonte CAPOEIRA- Regional. Heute haben CAPOEIRA-Angola und CAPOEIRA-Regional Anhänger in allen sozialen Schichten Brasiliens gefunden. Viele Straßenkinderprojekte werden von ihnen getragen. Schließlich hat CAPOEIRA auch die USA und Europa erreicht.